Ready-steady-go 2011

Ready-steady-go Bewerbertraining der Karl-Friedrich-Schimper Realschule 2011:

Bewerben will geübt sein

"Weißt du denn, was du einmal werden willst?" - Diese Frage wird vielen Schülerinnen und Schülern spätestens dann gestellt, wenn das Themenorientierte Projekt "Berufsorientierung in der Realschule (BORS)" auf dem Stundenplan der Neuntklässler der Karl-Friedrich-Schimper Realschule steht. Eigentlich müsste die Frage lauten: "Weißt du, was du tun musst, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen?" Denn vom Wunschberuf bis zum Ausbildungsvertrag ist es ein weiter Weg, auf dem manche Hürde genommen werden muss.
Am 1. und 2. März konnten die Schülerinnen und Schüler der Schimper-Realschule ihre erlernten Fähigkeiten im Rahmen des Planspiels Ready-steady-go unter Beweis stellen. Gemeinsam organisierten Kayed Sagalla vom DGB Baden-Württemberg, Karlheinz Seitz, Leiter des GoIn und Gerd Becker, Beauftragter für Berufsorientierung an der Karl-Friedrich-Schimper Realschule in den Räumen des Jugendzentrums in Schwetzingen ein Bewerbertraining für alle Neuntklässler der Karl-Friedrich-Schimper Realschule. 20 Fachleute waren an beiden Tagen anwesend, um die Jugendlichen für ihren Einstieg ins Berufsleben fit zu machen.

Gespannt warteten die Schülerinnen und Schüler an beiden Tagen um 8.00 Uhr vor den Türen des GoIn in der Kolpingstraße. Manche hatten sich richtig in Schale geworfen und fast alle hatten ihre Eintrittskarten - die Bewerbermappen - dabei. Im Verlauf des Vormittags mussten dann Eignungstests bewältigt werden, man erhielt von Lehrerinnen und Lehrern der Schimper-Realschule eine Schullaufbahnberatung und konnte sich bei Frau Knemöller und Frau Scholz von der Bundesagentur für Arbeit beraten lassen.
Am Checkpoint musste jeder mehrmals vorstellig werden. Stefan Rebmann, Vorsitzender der DGB-Region Nordbaden und Kayed Sagalla prüften den bisherigen Werdegang und verteilten auch "Schicksalsschläge", wie sie jedem im Laufe seines Lebens begegnen können. Was macht man, wenn man in der Ausbildung ist und die Freundin ein Kind erwartet? An wen kann man sich wenden, wenn einem die Schulden über den Kopf wachsen? - Bei solchen Problemen fanden die Jugendlichen Hilfe in der Station "Sozialberatung", wo sie bei Cornelia Wolf, Sozialarbeiterin an der Schimper-Realschule und den Mitarbeiterinnen des GoIn auf erfahrene und kompetente Ansprechpartnerinnen trafen.
"Alle sind hier sehr freundlich und helfen einem wirklich weiter", freute sich Berfin aus der 9a und ihre Freundin Jacqueline meinte: „Ich bekam interessante Infos zu Arbeitsverträgen an der Station "Gewerkschaft". Betreut von erfahrenen DGB-Fachleuten, wurden hier wichtige Tipps für das spätere Berufsleben gegeben und bei der Station "Bewerbungsunterlagen" konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Unterlagen von Frau Wellmann von MyPegasus prüfen lassen.

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Die wichtigsten Anlaufstationen der beiden Vormittage waren zweifellos die "Firmenstationen". Hier führten die Jugendlichen mit Personalverantwortlichen und Ausbildern aus verschiedenen Betrieben und Institutionen der Region Einstellungsgespräche. Herr Feilhauer (Stadtverwaltung Schwetzingen), Frau Gottfried (dm-drogerie markt) und Herr Schöfer (Apotheke Brühl-Süd) waren hier ebenso vertreten wie Frau Rütimann von der Handwerkskammer Rhein-Neckar-Odenwald und Herr Ferch von der Arbeitsagentur Mannheim. "Das ist ungewohnt, so ein Bewerbungsgespräch", meinte Marvin aus der 9c und fügt hinzu, "ich wusste nicht, wohin mit meinen Händen."
Wie wichtig das richtige Auftreten, die passende Kleidung und natürlich perfekte Bewerbungsunterlagen sind, erfuhren die Jugendlichen auch an den Firmenstationen, die von der Barmer Ersatzkasse (Herr Zeilfelder) und der DAK (Herr Reichert) betreut wurden. "Ich konnte an dieser Station Vorstellungsgespräche mit Leuten führen, die wirklich im Arbeitsleben stehen und bekomme wertvolle Tipps, was ich besser machen kann", berichtete Amon aus der Klasse 9d und Leonie aus der 9c meinte begeistert: "Das hilft einem wirklich weiter, denn man erlebt eine echte Bewerbersituation."
Manch einer musste nach einem Bewerbungsgespräch feststellen, dass es noch einiges zu tun gibt, damit die Ausbildung zum Wunschberuf Wirklichkeit werden kann. Manchmal muss nur die Bewerbungsmappe perfektioniert werden, schließlich ist sie die erste Visitenkarte, die ein Bewerber bei einer Firma vorlegt, doch einige Schülerinnen und Schülern stellten fest, dass ihre Leistungen in der Schule nicht genügen, um den Anforderungen der Betriebe gerecht zu werden.

Das "gespielte" Bewerbertraining rückte ins Bewusstsein, dass die Schulzeit für die Neuntklässler nicht mehr allzu lange dauern wird und dass man etwas tun muss, um die angestrebte Ausbildungsstelle zu erhalten. Motivierend für alle Beteiligten war, dass einige Schülerinnen und Schüler während des diesjährigen "Ready-steady-go" ein ernst gemeintes Angebot von einem Arbeitgeber erhielten.
Die Fachleute an den Stationen waren sich am Ende des Planspiels einig, dass die Schülerinnen und Schüler gut vorbereitet sind und freuten sich über die konkreten, zielgerichteten Fragen und das disziplinierte Verhalten, das die Jugendlichen an den beiden Tagen gezeigt hatten. "Es hat an beiden Tagen Spaß gemacht, mit so vielen interessierten Jugendlichen zu reden". Diesen Satz hörte man in der Schlussrunde mehrfach von Seiten der Fachleute.
Auch im kommenden Jahr, versicherte Herr Becker, soll es für die Schülerinnen und Schüler der Karl-Friedrich-Schimper Realschule in Schwetzingen wieder ein Bewerbertraining geben.